Die Geschichte
Mit dem Neubau des Technologieorientierten Gründer- und Dienstleistungszentrums Annaberg wurde einer der ältesten Wirtschaftsstandorte der Stadt Annaberg-Buchholz neu belebt.
Bereits im Mittelalter war auf diesem Grundstück reger Bergbau zu verzeichnen. Die Spuren davon haben unseren Baufortgang wesentlich beeinflusst und Zwänge in der Anordnung der Gebäude auferlegt.
Bereits 1643 stand auf diesem Grundstück ein Huthaus, das erste Industriegebäude an der heutigen Adam-Ries-Straße 16. Mehrere Schächte wurden auf dem Grundstück abgetäuft, unter anderem der St. Andreas-Schacht, einer der bekanntesten des Annaberger Bergreviers.
Dieser liegt mit weiteren 5 Täufen mitten auf dem Hof des GDZ und ist mit einer Betonplombe verschlossen, die sich unmittelbar unter der Straßendecke befindet. Die Problematik dieser Schächte und des oberflächennahen Stollensystems bedingte, das der Standort des Werkstattgebäudes umgeplant werden musste, um das Gebäude nicht im Gefahrenbereich des Altbergbaus zu errichten.
1866 begann man mit der Errichtung einer Brauerei und Gaststätte an der damaligen Wiesenbader Straße.
1878 wurde die Halde des St.-Andreas-Schachtes verfüllt und damit mehr Baufreiheit geschaffen.
1889 wurde die damalige Wiesenbader Straße in Adam-Ries-Straße umbenannt.
Es ist ein glücklicher Umstand, das dieses neu erbaute Technologieorientierte Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg an der Adam-Ries-Straße liegt und damit mit dem Namen eines der innovativsten Erfinder in der Annaberger Geschichte verbunden ist.
Im Mai 1868 wurde die Restauration unter dem Namen “Bellevue” eröffnet. Dieses Gasthaus war von nun an Schauplatz kultureller und politischer Ereignisse. So zog das damalige Annaberger Theater aus der Kunstscheune in das Bellevue ein. Auch die Annaberger Kinogeschichte begann in diesem Haus. Am 26. Oktober 1900 fanden die ersten kinematografischen Vorführungen statt.
Im Jahre 1906 wurde ein neues Kapitel der Industriegeschichte geschrieben.
Die Lampenschirmfabrik “Weber & Thonke” entstand im vorderen Gebäude. Lampenschirme verschiedener Art wurden gefertigt und über die Grenzen Deutschlands hinaus verkauft.
Ab 1917 übernahm die Lagerbierbrauerei Wernesgrün diesen Standort und mit dem Ballsaal Bellevue entstand einer der berühmtesten Tanzsäle der Umgebung.
Die NSDAP veranstaltete hier 1929 eine Propagandaveranstaltung, die in einer großen Schlägerei mit den KPD-Anhängern endete. Erst im Jahre 1940 wurde das alte Huthaus endgültig abgerissen. In der Zwischenzeit entstanden weitere Gebäude auf diesem Grundstück.
Ab 1945 diente das Gasthaus kurzzeitig als Klubhaus der Sowjet-Armee.
1972 erfolgte die Zwangsverstaatlichung der Firma und das Unternehmen wirtschaftete als VEB Ferguna-Leuchten weiter. Gleich 1990 reprivatisierte Herr Thonke das Unternehmen, konnte es aber nur bis zur Gesamtvollstreckung 1992 führen.
Als der Landkreis 1993 die Immobilie erwarb, wurden die ersten Vorstellungen für ein Gewerbezentrum entwickelt. Die zentrale Lage in der Erzgebirgsregion, die wirtschaftliche Situation und die günstigen Standortbedingungen gaben sicher den Ausschlag dafür, dass das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit dem Standort eines Gründer- und Dienstleistungszentrums in Annaberg-Buchholz zustimmte.
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